Beiträge 23, Campus Brugg-Windisch

Schwarmintelligenz – nonverbale Taktiken für die Zusammenarbeit

4. April 2023

In der Natur finden sich Individuen aufgrund mangelnder Stärke, Größe oder wegen ihres Verhaltens gegenüber einer größeren Umgebung in ihren Handlungsmöglichkeiten oft eingeschränkt. Formen der kollektiven Zusammenarbeit können Gemeinschaften jedoch dazu befähigen, große Herausforderungen zu bewältigen. So können beispielsweise einige Insekten wie Ameisen oder Termiten trotz ihres winzigen Körpers den Bau komplexer Nester oder auch die Übernahme ganzer, von anderen gebauter Umgebungen bewältigen.

Der Workshop «Schwarmintelligenz» ist als Übung zum kollektiven Spielen, Experimentieren und Träumen gedacht. Die Teilnehmer.innen imaginieren sich als Teile eines größeren Ganzen und verfolgen das Ziel, durch ihr Schwarmverhalten ein temporäres Zuhause oder Nest zu bauen. Hierfür werden die sprachlichen Kommunikationsmethoden suspendiert, wird die evolutionäre Uhr zurückgedreht. Indem wir, ohne zu sprechen, etwas miteinander bauen, werden wir gemeinsam daran erinnert, dass und wie wir als kollektive Wesen agieren können.
 
Live-Musik wird das leitende Element dieses Workshops und der Handlungen darin sein. Sie gibt das Tempo vor und erzeugt zusammen mit einigen Spiel-Anleitungen den Handlungsrahmen. Eine Spiel-Anleitung fordert beispielsweise zum Austausch von Materialien zwischen den Teilnehmer.innen auf oder zur Synchronisierung von Bewegungen. Die Spiel-Anleitungen stellen eine Herausforderung dar, die die Teilnehmer.innen dazu bringen, sich auf den Zufall und auf kontingente Momente einzulassen. 
 
Konzept: Felipe Castelblanco
Live-Musik: Julio Azcano
Durchführung: Mark Roth 
 
Felipe Castelblanco ist ein multidisziplinär arbeitender Künstler und Forscher an der Schnittstelle zwischen partizipatorischen Praktiken, bewegtem Bild und neuer Medienkunst. Im Rahmen des Programms Make/Sense an der Hochschule für Gestaltung FHNW absolvierte Felipe Castelblanco ein praxisbasiertes Doktorat ab. Dabei untersuchte er Wege, wie partizipative Kunst und Medien zur biokulturellen Friedensbildung in der kolumbianischen Anden-Amazonas-Region beitragen können.
 
Julio Azcano ist Dozent für Gitarre an der Pädagogischen Hochschule FHNW. In der Gitarrentradition Argentiniens verwurzelt, wo er sein Diplom in klassischer Gitarre abschloss, vertiefte er seine Jazzkenntnisse in Europa u.a bei Kurt Rosenwinkel und Ralph Towner. Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) absolvierte er mit einem Mater.
Als Solist und in grenzüberschreitendem Dialog mit Musiker.innen verschiedenster Stile und Kulturen konzertiert Azcano in Europa, Asien und Südamerika. Als Mitglied des international renommierten Eos Guitar Quartet erhielt er im Jahr 2020 von der Stadt Zürich die Auszeichnung «Werkjahr Interpretation».
 
Mark Roth war bis Ende Februar 2023 Dozent für Theaterpädagogik am Institut für Weiterbildung (IWB). Bis zu diesem Zeitpunkt war er in verschiedenen Forschungs- und Theaterprojekten im Hochschulkontext involviert und leitete diverse Kurse und Workshops mit Kindern, Erwachsenen und Senior*innen. Er hat als Theatermacher und Schauspieler für Kinder und Jugendliche sowie als Theaterpädagoge das Theater für junges Publikum in der Schweiz über Jahre hinweg geprägt und sein theaterpädagogisches Wissen für die Arbeit an Schulen produktiv gemacht. 

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