«Spiel gegen die Regeln – Künstlerische Taktiken der Umnutzung im pädagogischen Feld»

Kulturtag: 26. April 2023, 13.30 bis 17.30 Uhr, hybrid

Ein umgebauter IKEA-Hocker wird zu einem Lernturm für Kleinkinder, ein Bleistift hält lange Haare zusammen und in einem Computerspiel findet sich eine unvorhergesehene Abkürzung ins nächste Level. Dinge werden auf eine Art und Weise genutzt, die so nicht intendiert war. Oder sie werden von Menschen genutzt, für die sie nicht gedacht waren.
Formen solch kreativer Umnutzungen und Aneignungen finden sich im digitalen und analogen Alltag, im spielerischen Umgang mit Konsumprodukten, Algorithmen und sozialen Netzwerken.

Folgt die physische Welt den Regeln der Physik und die soziale Welt gesellschaftlichen Normen, sind digitale Welten den Regeln der Programmiersprachen unterworfen. Spielen wir mit diesen Regeln, können dabei unvorhergesehene Erkenntnisse, Spielformen oder auch «Hacks» entstehen, die den scheinbar gegebenen sozialen, heteronormativen Strukturen, den Spielregeln und Produktintentionen einen neuen oder anderen Dreh für mehr Diversität geben können. Daraus bezieht das «Spiel gegen die Regeln» respektive die spielerische Haltung gegenüber Regeln für den gesamten pädagogischen Bereich eine extrem hohe Relevanz.

Am Communis Kulturtag 2023 wollen wir Erfahrungen mit Umnutzungen und Aneignungen im pädagogischen Alltag teilen und herausfinden was es für den Hochschulunterricht und die Schule bedeuten kann, wenn Regeln zu brechen nicht nur als «Störung» wahrgenommen wird, sondern als Potenzial für bildende Momente. Wenn Lehrmaterialien «gehackt» werden, um so für spannende Diskussionen zu sorgen. Wenn Schulwände und Schulräume temporär von Schüler*innen angeeignet und zwischengenutzt werden, um ihre Anliegen sichtbar zu machen.

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